Higaonna

Mündliche Geschichten über Kanryo Higaonna, überliefert von seinem Schüler Seiko Higa

von Akio Kinjo

 

Ich begann 1955 an der Ryukyu Universität Karate zu erforschen, stellte aber bald fest, dass es aufgrund einer kleinen Anzahl von Büchern oder schriftlicher Materialien über Karate sehr schwierig oder fast unmöglich ist. Ich besuchte die Universitätsbibliothek und viele andere große Bibliotheken, um wertvolle Bücher über Karate zu beziehen, aber ich konnte sie nicht finden. Selbst wenn ich einen historischen Artikel über den Ursprung des Karate fand, waren es stets sehr einfache und kurze Aufsätze, die kaum fünf oder sechs Zeilen umfassten. Deren Inhalte waren mir auch nicht wirklich neu.  (mehr …)

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Kata »Tensho«

Tensho bedeutet so viel wie »Drehende Hände« oder auch »Sechs Formen«. Die »sechs« Formen sollen einer Legende nach für sechs chinesische Staaten (Han, Chao, Wie, Ch’u, Yen und Chi) stehen, aus denen die Han-Dynastie 206 vor Christus hervorging.  (mehr …)

Kata »Sepai«

Anfangssequenz der Sepai

Anfangssequenz der Sepai

Die Sepai wird als Fortsetzung der Kata Seisan angesehen und gilt im Goju-Ryu als dritthöchste Kata.

Ihr Name bedeutet »achtzehn«, kann aber auch für »18 Formen« stehen. Letzteres ist darauf zurückzuführen, dass die Kata 18 verschiedene Hand- bzw. Beintechniken enthalte. Einen etwas anderen Ansatz ist Morio Higaonnas Interpretation als Kombination »6 x 3«. Die »6« stünde für Farbe, Stimme, Geschmack, Geruch, Gefühl bzw. Tastsinn und Gerechtigkeit – die »3« symbolisiere das Gute, das Böse und den Frieden.
Im Chinesischen übrigens wird die Sepai Shi Ba Shou genannt. (mehr …)

Kata »Kururunfa«

Sequenz der Kururunfa (Bildquelle: http://japankarateintern.blogspot.de/2010/09/dreams-come-true-shiramizu-celebration.html)

Sequenz der Kururunfa

Die Kururunfa (meist einfach Kurunfa) – oder auch Kururun-Ha – ist eine der zwölf Kata, die Chojun Miyagi für das Goju-Ryu festlegte. Der Name kann etwa mit „beständiger Burgmauer“ übersetzt werden. Hierbei bedeutet Kururun so viel wie »beständig«, Fa heißt »Burgmauer« (Ha bedeutet »brechen«). Die japanische Bezeichnung (mehr …)

Im Portrait: Chojun Miyagi

Chojun Miyagi wurde am 25. April des Jahres 1888 in Higashimachi (Naha) als Sohn einer wohlhabenden Familie des niederen Adels geboren. Nach dem Tod seines Vaters – er war gerade erst fünf Jahre – wurde er von der Hauptfamilie adoptiert und Haupterbe des Familienvermögens (die Familie Miyagi verdiente durch die Einfuhr von chinesischer Medizin sehr gut).

Die Anfänge

Chojun Miyagi (links) im Alter von 14 Jahren

Chojun Miyagi (links) im Alter von 14 Jahren

Um seiner Rolle als zukünftiges Oberhaupt gewachsen zu sein, sollte der junge Chojun (mehr …)