»Dancing Old Man«

Der tanzende alte Mann
von Kiyohiko Higa

Spricht man über den Zusammenhang zwischen Karate und Okinawanischen Tanz, erinnert mich das an eine interessante Geschichte, die ich von meinem Vater, Seitoku Higa, erzählt bekam.

Vor langer Zeit gab es einen Karateka namens Machaa Buntoko oder Kinjo Matsu im Dorf Itoman (Okinawa). Er wurde im Jahr 1867 geboren. Die Leute erzählten, er habe Karate in Fuzhou-Stadt (Provinz Fujian, China) betrieben und die Kampfkünste bis in ihre Tiefen gemeistert.

Wie ich von Machaa Buntoku hörte, besuchte ihn Miyagi Sensei, Begründer des Gojuryu, gemeinsam mit seinen Schülern Jin-an Shinzato und Seiko Higa. Miyagi Sensei bat ihn, seine beste Kata vorzuführen, die er in China erlernt hatte. Daraufhin legt Machaa Buntoku sein Hachimaki (Stirnband) an und präsentierte ihnen einen seltsamen Tanz. Er tanzte und tanzte.

Diesen seltsamen Tanz sehend, dachte Seiko Higa, dieser alte Man müsse verrückt sein oder verwirrt seines Alters wegen. Jin-an Shinzato, welcher damals noch recht jung war und sein Temperament beim Anblick dieses Tanzes nicht zügeln konnte, sagte ihm: »Okay, der Tanz ist genug. Zeige mir deine Kampftechniken! Ich werde dein Gegner sein.« Shinzato vollführte einen Karate-Schlag, doch er wurde vom tanzenden alten Mann niedergeworden und verletzte sich den Rücken. Er hatte sein Gesicht verloren. Allen war dies peinlich, so verbeugten sie sich dem tanzenden alten Mann gegenüber und gingen nach Hause. Auf dem Heimweg sprach keiner von ihnen.

Diese Anekdote wurde meinem Vater von Meister Seiko Higa erzählt. Vom tanzenden alten Mann, der seine beste Kata vorführte, sie aber nie vermutet hätten, sein Tanzen stelle seine besten Kampftechniken dar.

Anmerkung: Dieser Text ist Teil des Artikels »Sometimes I play karate like Okinawan dance ‚Hamachidori‘: Karate and Okinawan dance are the same«, welche von Kiyohiko Higa verfasst wurde, einem Lehrer der Naha Technical High School. Der Artikel erschien im Monats-Magazin »Aoi Umi« im Februar 1978, Ausgabe 70, veröffentlicht durch Aoi Umi Shuppansha (Seite 18).

Die Übersetzung erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Kiyotaka Yamada, 4. Dan, welcher das japanische Original ins Englische übersetzte. zu seiner Homepage

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s