Kake Uke

Kake-Uke_schraeg-seitlichVielen Karateka sollte die Abwehr Kake Uke bekannt sein. Nachfolgend möchte ich diese Abwehrtechnik vorstellen sowie deren Merkmale und Anwendung kurz aufzeigen. 

Unter dem Kake Uke versteht man eine seitliche Hakenabwehr, die auf mittlerer Stufe angewandt wird, d.h. zur Verteidigung des Brust- und Bauchbereichs (chudan). Außer im Gojuryu ist er unter anderem noch im Shitoryu, Shorinryu, Shotokan und Wadoryu anzutreffen.

Ja, wie muss ich mir die Abwehr denn vorstellen? Im Kihon sieht die Ausgangsposition der Abwehr wie folgt aus: Die abwehrende Hand ist geöffnet, die Finger bleiben zusammen. Die Handfläche zeigt geradehin nach vorn, dabei zeigen die Fingerspitzen zur Seite, weg vom Körper. Bezüglich der Höhe sollte sich die Hand idealerweise etwa auf Schulterhöhe befinden. Der Ellenbogen ist hierbei etwa eine Faust breit vom Körper entfernt.
Warum ist es wichtig, den Ellenbogen nahe am Körper zu belassen? Ganz einfach: es stellt eine Kraftersparnis dar. Soll mit der Technik ein Angriff abgewehrt werden, muss dieser rechtzeitig zur Seite hin abgeleitet werden. Ist dabei der eigene Arm beispielsweise nahezu ausgestreckt, ist ein relativ hoher Kraftaufwand notwendig. Bleibt der Ellenbogen jedoch nahe am Körper, ist der ganze Arm in einer stabileren Haltung und die Anstrengung der Ableitung wird geringer. Wichtig ist diese Gegebenheit vor allem bei Angriffen durch vermeintlich stärkere Gegner.

Die Ausführung ist ähnlich die des Yoko Uke: Die zurückgezogene Hand wird unmittelbar zum Ellenbogen des anderen Armes geführt. Von dort aus wird der Unterarm in kreisförmiger Bewegung zur selben Körperseite von innen nach außen bewegt, bis die offene Hand seitlich vom Körper zum Stillstand kommt. Es ist wichtig, dass die abwehrende Hand nicht schon direkt vor der Schulter zum Stehen kommt, weil dann die Möglichkeit besteht, dass der Angriff nicht genügend abgelenkt wurde und man somit Gefahr läuft, trotzdem getroffen zu werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Abwehrtechniken wird der Kake Uke ohne große Spannung (Kime) ausgeführt.

KakeUke-Ausfehrung

Ausführung des Kake Uke: Wie bewege ich meine Unterarme/Hände bei dieser Abwehr (v.l.n.r.)?

Anwendung findet der Kake Uke natürlich in der Abwehr. So wird er vor allem zur Abwehr von Angriffen – z.B. Fauststöße, Greif- und Schubsversuche –  auf chudan verwendet.
Neben der reinen Abwehr ist der Kake Uke nützlich, den Arm des Gegners nach Abwehr zu greifen und ihn so zu blockieren, um selbst einen Konter auszuführen. Auch für diverse Hebel wie auch die Befreiung von Griffen ist er nützlich.

Ein Beispiel der Anwendung des Kake Uke zeigt eines der Bunkai der Kata Gekisai-Dai-Ni. Dabei wird der Kake Uke nach Abwehr eines Tsuki chudan zunächst zum Blockieren des gegnerischen Armes genutzt und anschließend ein weiterer Kake Uke ausgeführt, um ihn zu hebeln.

In vielen Kata ist der Kake Uke enthalten. So in etwa in der Gekisai-Dai-Ni, Tensho, Seienchin, Shisochin, Sepai, Seisan und Suparimpei.

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