Kata »Saifa«

Saifa wird oftmals mit »zerbrechen« oder »zerschmettern« übersetzt – eine freie Übersetzung erzählt auch von »Burgmauer brechen«. Die Kata Saifa soll gemäß einer Legende in Süd-China auf einem Boot entstanden sein; ihr Erschaffer ist bis heute unbekannt.

Es gibt zwei gegensätzliche Ansätze, wie die Kata angesehen werden kann. Einerseits als harte Kata, deren Ausführung dazu dient, das Zerbrechen von Griffen oder Umklammerungen seitens des Gegners zu üben. Andererseits werden Bewegungsabläufe – wie zum Beispiel das Absetzen des Fußes nach Ausführen des Mae Geri aus dem Sagi Ashi Dachi heraus nach hinten – als passiv betrachtet. Hier wird auch die Verbindung zu einer anderen Variante der Übersetzung des Namens geschlagen: Sai heiße »Block« und Fa »Burgmauer«; dies stehe für einen passiven Schutz.
Gerade diese Gegensätzlichkeit der Ansätze vereint wiederum Prinzipien des Goju-Ryu in dieser Kata; eben auch, da solche passiven Abläufe genauso enthalten sind wie schnelle Angriffe oder Konter.

Die Anfangssequenz der Saifa ist recht typisch für das auf den Nahkampf ausgelegte Goju-Ryu: Nachdem man vom Angreifer gefasst wurde, überbrückt man die Distanz zu ihm um sich aus einem Griff zu lösen.
Dadurch wird u.a. aufgezeigt, dass nicht die physische Kraft das Wichtigste bei der Ausführung ist, sondern das Kime. Die Kraft muss demnach zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden (Auftreffen der Technik), bei korrekter Ausführung ist jedoch nicht allzu viel Kraft erforderlich. Voraussetzung dafür ist aber ein hoher Anspruch an eine schnelle Kraftentfaltung.

Spezifisch für die Saifa ist zudem, dass sie anders als andere Katas kaum Bewegungen zur Seite enthält. Der Ausführende bewegt sich also fast ausschließlich nach vorn oder hinten, abgesehen vom Beinwechsel des Sagi Ashi Dachi, welcher seitlich erfolgt. Dieses Merkmal lässt die Vermutung, die Saifa sei auf einem Boot entstanden, glaubhafter erscheinen.

Ein Höhepunkt der Saifa ist sicherlich der Sagi Ashi Dachi. In dieser Sequenz werden auf einem Bein stehend verschiedene Techniken angewandt – Verteidigung bzw. Lösen eines Griffs mit anschließendem Konter (Mae Geri). Daher stellt die Kata hohe Anforderungen an das Gleichgewicht des Karateka.

Im Übrigen weisen die Katas Saifa und Seienchin teilweise Ähnlichkeiten im Aufbau auf. So in etwa die Anfangssequenz, bei der in beiden Katas eine Technikfolge drei Mal nacheinander ausgeführt wird, jeweils im – mehr oder weniger seitlich angelegten – Vorwärtshegen.

Manche Techniken der Saifa lassen vermuten, dass sie dem Kranich-Stil entstammt. Der Klassifizierung nach ist sie dem Shorei-Ryu zugeordnet.

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