Kihon

Wie bereits angekündigt werden nacheinander die Säulen des Karate genauer betrachtet. Befassen wir uns zunächst mit dem Kihon.

Was ist das genau? Hinter dem Kihon (teils Kion) verbirgt sich die „Grundschule“ des Karate, wie man umgangssprachlich sagt. Übersetzt heißt es so viel wie Basis oder Grundelement.

Das Training des Kihon ist essentiell für das Studium des Karate. Ohne korrekte Ausführung und Verständnis für die Technik ist es weder möglich, Kata zu lernen und zu verstehen, noch, Kumite realitätsnah und ohne sich selbst zu verletzten auszuüben.

Durch stetiges Üben des Kihon können beispielsweise Techniken derart verinnerlicht werden, dass sie im Falle der Notwendigkeit (z.B. man wird angegriffen) unbewusst und daher um so schneller ausgeführt werden. Denn ist es notwendig, erst nachzudenken, bevor die Technik „gefunden“ und ausgeführt werden kann, geht die Zeit verloren, rechtzeitig zu reagieren.
Mit einem guten Kihon können unter anderem Spannung und Haltung des Körpers besser kontrolliert werden.

Was ist notwendig für ein gutes Kihon? Erst ein mal vieles Üben, klar. Aber auch ein gewisses körperliches Durchhaltevermögen wird benötigt. Es muss sich bewusst bewegt werden, und konzentriert – ohne die geringste Disziplin geht natürlich nichts.

Die Anwendung? Die Techniken müssen, je nach Art der Technik selbst und abhängig vom Ziel der Ausführung (will ich mit ihr abwehren, kontern oder eher ausweichen?), mit der richtigen Spannung als auch Atmung ausgeführt werden.

Nehmen wir den Age Uke als kleines Beispiel her: Jeder weiß, er ist eine Abwehr nach oben – zum Beispiel gegen einen Tsuki jodan. Aber wer lange genug Karate betreibt, lernt, dass er auch als Hilfe beim Ausweichen genutzt werden kann. Aber auch als Angriff! Ja, richtig gelesen…als Angriff. Greift der Gegner mit einer Technik auf Kopfhöhe an, geht man quasi in den Angriff hinein, also in Richtung des Gegners, und stößt mit dem eigenen Unterarm den Oberarm nach oben/hinten. So ist der Angriff fehlgeschlagen und man selbst hat „freie Bahn“, um direkt und effektiv zu kontern. (Dies nur als komplett vereinfachtes Beispiel)

Gibt es da Unterschiede? Allgemein hin wird zwischen Kihon und Kihon-Ido unterschieden. Beim reinen Kihon werden die Techniken im Stand ausgeführt – beim Kihon-Ido hingegen in der Bewegung.

Warum ist das Kihon-Ido (Ki – Energie, Hon – Basis/Wurzel, Ido – aufeinanderfolgende Technik) so wichtig? Tja, viele sagen sich nach dem Training bestimmt, warum man denn wieder nur paar Techniken im Vor- und Rückwärts gehen geübt hat. Ist doch immer so langweilig!
Das hat mehrere Gründe: die richtige Ausführung der Technik in der Bewegung ist durchaus ein wenig anders als im Stand, ggf. auch schwieriger. Unerlässlich ist es, am Ende der Bewegung einen sicheren Stand zu haben, der zudem auch korrekt ist. Auch die richtige Atmung ist nicht zu unterschätzen. Durch sie, in Verbindung mit Spannung und Entspannung, wird auch die Effektivität der Technik beeinflusst.

Jedem sollte also klar sein, dass das Training des Kihon und Kihon-Ido sehr wichtig ist, vor allem natürlich zu Beginn des Karate-Studiums. Falsch ist es meiner Meinung jedoch, wenn im Training nur Wert darauf gelegt wird und dadurch andere wichtige Aspekte der Kampfkunst gar in den Hintergrund geraten.

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