Im Portrait: Leo Lipinski

Wie die meisten unter Euch wissen dürften, gibt es im Karate-Do verschiedene Stilrichtungen, wie eben auch das Goju-Ryu. Aber auch innerhalb des Goju-Ryu gibt es wiederum sogenannte Strömungen, die sich untereinander mehr oder weniger unterscheiden.

Heute möchte ich euch Leo Lipinski kurz vorstellen, einem Vertreter des Gojuryu Seiwakai. Um kurz einen Draht herzustellen: Die Gojuryu-Strömung Seiwakai wurde durch Shuji Tasaki begründet, der Schüler von Gogen Yamaguchi (Gründer des Goju-Kai, wiederum Schüler von Chojun Miyagi) war.

Leo Lipinski, der Zigeuner des Karate

Leo Lipinski bei einem Lehrgang in Einsiedel/CHemnitz (2013)

Leo Lipinski bei einem Lehrgang in Einsiedel/Chemnitz (2013)

Der Werdegang Leo Lipinskis begann im Jahr 1946 in Südafrika – hier wurde er in der Stadt Durban im August geboren. Erstmals in Kontakt mit dem Karate kam er im Alter von sechzehn Jahren, 1962. Damals trainierte er zunächst Shotokan Karate als auch Judo. Während den ersten Jahren des Karatetrainings beinhaltete dieses auch eine Vielzahl anderer Kampfkünste, die er von Lehrern erlernte, mit denen er auf Fracht- und Fischerbooten aus Japan, Okinawa und Korea in Kontakt kam.

Er setzte sein Training auch während des Universitätsstudiums in Kapstadt fort. Im Jahr 1965 begann er zusätzlich mit dem Lernen des Shukokai Shitoryu, 1966 erwarb er seinen Bachelor of Economics (Wirtschaftskunde) an der Universität von Südafrika.
Leo eröffnete ein Dojo, das später als erster Verein auch »nicht-weißen« Karate lehrte.

Mit dem Training des Goju-Ryu schließlich begann er 1967 in Hongkong – später trainierte er in Kobe (Japan), gemeinsam mit Chojiro Tani, dem Vorsitzenden des Shukokai Shitoryu Karate-Do. Noch im selben Jahr fing er an, mit Gogen Yamaguchi im Zen Nippon Gojukai Gojuryu Karate zu traineren (parallel zum Shitoryu), mit dem er auch in den 1970er Jahren noch zusammen trainierte.

Schon 1968 bestand er unter Yamaguchi seinen zweiten Dan (Nidan). Etwa zur selben Zeit wurde er vom All Japan Karatedo Gojukai zum ersten Vertreter des Verbandes in Südafrika ernannt, er sollte dieses Amt bis 1982 inne haben. Aus dem Shukokai Shitoryu Verband trat er dazumal aus.
Mit Sensei Shuji Tasaki baute er eine Freundschaft auf, der zu dieser Zeit unter Gogen Yamaguchi lernte.

1970 erhielt er seinen Bachelor of Commerce von der Natal-Universität. Kurz darauf wurde er Chefausbilder des All Japan Karatedo Gojukai in Südafrika.

Mit dem Seiwakai Gojuryu Karatedo kam er rund vier Jahre später erstmals in Kontakt. Damals begann er mit seinem Training unter Sensei Shuji Tasaki. Zu dieser Zeit gehörte sein Seiwakai noch zum All Japan Karatedo Gojukai.

Leo bestand den fünften Dan 1976 nach seiner Prüfung bei Gogen Yamaguchi.

Sechs Jahre danach erwarb er einen weiteren Studienabschluss, den des Bachelor of Science von der S.A.M.R.A Universität (Kalifornien, USA). Ein Jahr darauf zudem den Bachelor of Science & Acupuncture. Der Erhalt eines Zertifikates als Akupunkteur schloss vorerst seine Ausbildung ab.

Unter Leitung Gogen Yamaguchis wurde er einer von drei Chefausbildern in der International Karatedo Gojukai Association (IKGA). Jedoch trat er nach drei Jahren aus dem Verband aus und daraufhin in den Verband Sensei Tasaki’s – die Goju-ryu Karate-do Seiwa Kai Organization – als auch dem JKF Gojukai ein.
Noch im selben Jahr übergab man ihm die Position des Chefausbilders und Präsidenten des Seiwa Kai Großbritannien und er bestand die Prüfung zum sechsten Dan im Seiwakai Gojuryu Karatedo.

1993 bestand er den siebten Dan Seiwakai und erhielt den Titel eines Renshi verliehen (JKF Gojukai). Seit diesem Jahr darf Leo Prüfungen im JKF Gojukai bis einschließlich dem fünften Dan abnehmen.

Im Jahr 1998 organisierte und gründete er den europäischen Ableger der Gojukai, den JKF Gojukai Europe, dessen Präsident er heute ist.

1999 wurde ihm die Prüfung zum siebten Dan JKF Gojukai abgenommen. 2005 graduierte er schließlich zum achten Dan im Seiwakai Gojuryu.

Shihan Menkyo verlieh ihm übrigens 2002 den Titel des Kyoshi.

Schon seit mehreren Jahrzehnten reist Leo Lipinski nun um die ganze Welt und gibt Lehrgänge, vor allem zu den Katas. So beispielsweise auch nach Deutschland, wie zuletzt nach Chemnitz (Sachsen) im Mai 2013.

Leo beim Vorführen eines Bunkai der Kata Seienchin

Leo (li.) beim Vorführen eines Bunkai der Kata Seienchin

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