Kata »Kururunfa«

Sequenz der Kururunfa (Bildquelle: http://japankarateintern.blogspot.de/2010/09/dreams-come-true-shiramizu-celebration.html)

Sequenz der Kururunfa

Die Kururunfa (meist einfach Kurunfa) – oder auch Kururun-Ha – ist eine der zwölf Kata, die Chojun Miyagi für das Goju-Ryu festlegte. Der Name kann etwa mit „beständiger Burgmauer“ übersetzt werden. Hierbei bedeutet Kururun so viel wie »beständig«, Fa heißt »Burgmauer« (Ha bedeutet »brechen«). Die japanische Bezeichnung der Kata (Kururunfa) gehe angeblich auf eine Bergwächterin namens »Yama Gamae« zurück.

Aus der Übersetzung kann ein Schwerpunkt der Kata abgeleitet werden. Sie enthält mehrere Hebel und andere Techniken, die gezielt auf die Gelenke ausgeübt werden, beispielsweise um sie zu brechen (⇒Bedeutung von Ha).

Zwar wird die Kururunfa eher dem JU zugeordnet, dennoch kommen auch bei ihr die beiden Aspekte des Goju-Ryu gut zum Vorschein. Das GO wird durch harte, schnelle Konter mit anschließendem Angriff aufgezeigt – hier z.B. anhand des Ura Tsuki, dem danach ausgeführten Mae Geri mit anschließendem Mae Empi Uchi. Als Beispiel für Aspekte des JU kann der Haishu Uke als geschmeidige, fließende Abwehrtechnik gesehen werden.

Auffallend ist ebenfalls, dass ungewöhnlich viele Techniken mit offener Hand vorkommen. Heutzutage im (modernen) Karate kommen vor allem Fausttechniken zum Einsatz – diese wurden früher mit offener Hand ausgeführt. Daher ist die Kururunfa den Kaishu-Katas zugeordnet, d.h. Katas der offenen Hand.

Im übrigen ist sie – abgesehen von der Sepai – die einzige Kata, welche nicht mit einer Vorwärtsbewegung beginnt.

Kanryo Higaonna lernte die Kururunfa von einem chinesischen Meister. Die Angabe ist zwar nicht gesichert, es soll sich jedoch bei diesem Meister um Ryu Ryuko handeln. Wer die Kururunfa ursprünglich entwickelte, ist aber nicht bekannt. Sie gehe jedoch auf die chinesische Form Kun Lu zurück. Außerdem gilt sie als einer der Koryu-Kata – den Kata der alten Schule, also mit klassischem chinesischen Ursprung. Miyagi schließlich erlernte sie von Higaonna und führte sie in seinem Goju-Ryu ein.

Der Klassifizierung nach ist die Kururunfa dem Shorei-Ryu zugehörig. Sie kommt übrigens auch in der Stilrichtung Shito-Ryu vor.

Bildquelle: http://japankarateintern.blogspot.de/2010/09/dreams-come-true-shiramizu-celebration.html

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